Oh wie kalt ist es geworden!

Foto: © Sabine Langnau
“Kälter wird es allerorten - man merkt´s sogar auf den Aborten.”
Soweit der Volksmund. Das Lied stammt noch aus den Zeiten des guten alten Plumpsklos, wo es in der Enge durch die Körperwärme und die Wärme dessen, was da von unten hochdünstete muschelig warm war.
In die Holztür war eine Öffnung in Form eines Herzens eingeschnitzt: zur Belüftung und Beleuchtung. Es fiel gerade genug Licht hinein, dass man die Zeitung lesen konnte.
Außerdem minderte das Herz die Profanität und das Abstoßende des Ortes. Für mich ein Ort des Rückzuges, wo man in Ruhe eine Zigarre rauchen konnte, ein Ort der Kontemplation, der Meditation, wo ich zu mir selbst fand.
Unbequem wurde es, wenn man im dicken Pullover und vielleicht sogar im Mantel dort sitzen musste. Und jedesmal, wenn ich im Winter unser Plumpsklo aufsuchte ging mir dieses Lied durch den Kopf:
“O wie kalt ist es geworden
und so traurig öd und leer!
Rauhe Winde wehn von Norden
und die Sonne scheint nicht mehr.”
Darum umgibt das Lied eine Aura der Nostalgie, klirrender Kälte, von Zigarrenduft, dem Duft der Ausdünstungen, deftiger Bild-Zeitungsstories und gleichzeitig - oh Wunder- geistiger Sammlung und Meditation.
Ich habe es mit E-Gitarre und Percussion eingespielt im Original 3/4 Takt, der eigentich schwer zum Swingen zu bringen ist. Aber hier funktioniert es.
1 Kommentar bis jetzt ↓
1 Ein Frühlingslied im November // Dec 1, 2007 at 3:41 am
[...] anderes Lied kommt mir in den Sinn: Oh, wie kalt ist es geworden: (Wenn der Adobe Flash Player nicht instaliert ist können Sie das Lied als MP3 herunterladen. [...]
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