Ein Lied nach Max Dauthendeys Meerwassergeruch:

© Foto: Sabine Langnau
Das Meer zu sehen ist für mich jedesmal ein elementares Erlebnis. Die eigenen Sorgen und Ängste werden kleiner und man wird sich bewusst, nur eine der Wellen im Meer des Lebens zu sein, die einen kurzen Moment da ist - um gleich wieder zu verschwinden. Die meiste Zeit war ich tot - die meiste Zeit werde ich tot sein.
Wenn man so in der Schöpfung aufgehen könnte wie die Welle im Meer, wenn man sich so fühlen könnte: würde man sich dann immer noch Gedanken um die Rente machen? “Junges Blut, spar dein Gut! Armut im Alter wehe tut!“Das sagt einer von den Comedian Harmonists in diesem Film von Eberhard Fechner (externerLink zu Fiminfos).
Das Ich ist eine Illusion, ein Organ, aber wenn Du nachher als Pflegefall im Fünfbettzimmer im “Haus Abendfrieden” liegst, mit nur einem Fernseher für alle 5 und ihr müsst euch dann auf ein Programm einigen, aber Schwester Ilona knipst sowieso nur das Erste ein und du bist vielleicht schon wundgelegen - ach dann ist das Fernsehen dir auch egal und dein Ich schmerzt wie ein entzündeter Backenzahn und es gibt keinen Zahnarzt und keine Hilfe - dann ist es an der Zeit zu denken: “Ach, hätte ich doch ein bisschen mehr Kohle gemacht in meinem Leben!” Aber auch das wird vorbei gehen.
So was denke ich am Meer: einerseits “Was wird mit der Rente?” andererseits “Entgrenzung - Aufgehen im All-Einen”. Nennt man so etwas Antipoden? Wie Plus und Minus beim Strom.
Der schmerzende Backenzahn ist jedenfalls raus:

Und was hat das mit dem Meerwassergeruch zu tun?
1 Kommentar bis jetzt ↓
1 Menschlichkeit // Oct 18, 2007 at 1:27 am
[...] gehen. Das Foto drückt für mich das aus, was Kafka meint, oder was ich meine, was Kafka meint. Am Meer und in der Wüste sind wir der Ewigkeit [...]
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