Wie soll man das nennen? Menschlichkeit? Das hat den Unterton von “Mitleid” - auch schön, das meine ich aber im Moment nicht. “Condition humaine”: das ist es, was ich meine - aber warum soll man das auf Französisch sagen? Die menschliche Verfassung? Sterblichkeit? - Das kommt dem nahe, was ich meine.
Menschlichkeit, Sterblichkeit: Dazu fällt mir das Comeback des über 80-jährigen Medienunternehmers Leo Kirch ein (Link zur Story bei der Financial Times Deutschland). Ich finde es erfrischend und äußerst ermutigend, einen alten Menschen auf diese Weise agieren zu sehen: gestaltend ins Leben eingreifend.
Aber mit 80 ist man dem Tode näher als mit 40 oder 50 (statistisch). Man kann durchaus hundert werden, aber “es kann auch jeden Tag vorbei sein“. - Kann´s bei 20-jährigen auch, aber wiederum: die Statistik und die Wahrscheinlichkeitsrechnung lügen in diesem Fall nicht.
“Das letzte Hemd hat keine Taschen.” Was soll´s dann überhaupt? Was treibt uns? Sind wir getrieben aus den richtigen Gründen? Hat das, was wir tun vor der Menschlichkeit, der Sterblichkeit, der Ewigkeit bestand?
Ich glaube, das weiß kein Mensch von sich so genau. Diese Art der Menschlichkeit drückt Franz Kafka in diesem Text “In der abendlichen Sonne” sehr gut aus.
In der abendlichen Sonne:

© Foto: Sabine Langnau
Auf dem Foto gibt´s keine “abendliche Sonne”, keine “Bänke in dem Grünen” und auch keine Hügel - aber weiten Himmel und in der Ferne Menschen, die spazieren gehen. Das Foto drückt für mich das aus, was Kafka meint, oder was ich meine, was Kafka meint. Am Meer und in der Wüste sind wir der Ewigkeit näher.
0 Kommentare bis jetzt ↓
Bis jetzt noch keine Kommentare...
Einen Kommentar schreiben: