In Schwert und Luft schreibe ich:
“Der Kelch steht für das Element Wasser, welches Gefühle, Spiritualität und Phantasie repräsentiert. Vielleicht kann man auch sagen: die Liebe”.
Das ist etwas zu einfach gesagt: denn auch Petrus zieht in Gethsemane sein Schwert aus Liebe. Liebe die sich als Gegensatz zu Hass versteht kann das Schwert auf unheilvolle Art und Weise schwingen.
Liebe kann in die absurdesten und grausamsten Verhaltensweisen treiben: was gerade nicht Bedeutung des Tarot-Kelchs ist - und auch nicht Bedeutung des Satzes Jesu: “Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?”
Den Kelch trinken heißt hier: annehmen. Nicht wegdrücken, beschönigen, auch nicht “kritisch hinterfragen” sondern “Ja” sagen.
Die Liebe gehört zum Kelch allenfalls in der allumfassenden Form, wie Angelus Silesius sie im Cherubinischen Wandersmann, Erstes Buch, Spruch 44 darstellt:
44. Das etwas muss man lassen
Mensch so du etwas liebst
so liebstu nichts fürwahr:
Gott ist nicht diß und das
drumb laß das Etwas gar.
Aber diese Art Liebe ist für uns schwer. Wir haben meistens schon Schwierigkeiten, zu einem Menschen mit allen Licht- und Schattenseiten “Ja” zu sagen. Ein schöner Körper, bestimmte Verhaltensweisen, die unsere Erwartungen erfüllen: das zu lieben fällt leicht. Und vielleicht ist es ein schöner Einstieg in die spirituelle Liebe: von der Liebe zum “Du” zur Liebe zu allem. So richtig bekommt das bestimmt kein Mensch hin - aber man kann ja anfangen.
So gesehen ist dies ein spirituelles Lied über die Anfangsgründe der Liebe:
1 Kommentar bis jetzt ↓
1 Schwert und Luft // Nov 7, 2007 at 5:08 am
[...] repräsentiert. Vielleicht kann man auch sagen: die Liebe. [Nein, kann man nicht. Mehr zur Liebe] © Foto: Sabine [...]
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