“Political correctness” ist ein angelsächsischer Terminus, den man eigentlich nicht übersetzen kann. Er bezieht sich auf eine hohe gesellschaftliche Übereinstimmung hinsichtlich bestimmter Verhaltensregeln, die Menschen eines bestimmten Kulturkreises getroffen haben.
Etwa: man macht keine Witze über Opfer des Nationalsozialismus, man achtet die Gleichberechtigung von Mann und Frau, man ist für Chancengleichheit aller Kinder, man achtet fremde Kulturen.
Dieser hohen Übereinstimmung wohnt aber auch schon der Zynismus inne, wenn man bedenkt, wie es tatsächlich in der Realität aussieht. Wenn alle diesen Werten verpflichtet sind - warum werden sie so wenig gelebt?
“Political correctness” ist oft ein Lippenbekenntnis und insofern ein dankbarer Ansatzpunkt für Satire. Satire kann die Zynik reflexartiger Wertebekenntnisse entlarven und uns allen den Spiegel vorhalten.
Wie ich zur Schwert Sieben im Tarot geschrieben habe:
“Moralisch sehr bedenkliche Konstellationen - aber lustvoll gerade dadurch, dass sie von der Moral für einige Momente entlasten.”
Humor und Satire bewegen sich aber auf schwankendem Grund, wie die Debatte in Deutschland über Harald Schmidts und Oliver Pochers “Nazometer” zeigt. [Link zum Artikel im Spiegel] .
In den USA gibt es im Moment eine ähnliche Debatte: darf man Witze über Rassenvorurteile machen? Der Artikel in der New York Times [Link zum Artikel] spricht die große Gefahr der “political incorrectness” an: dass der Beifall und die Lacher von der falschen Seite kommen, den echten Rassisten, bei Schmidt und Pocher analog: von den echten Nazis.
Die Position pro incorrectness wird heute von Henryk M. Broder im Spiegel skizziert: Schmidt und Pocher hätten sich lediglich über das wohlfeile, inszenierte Entsetzen über das “Dritte Reich” lustig gemacht. [Link zum Artikel im Spiegel]
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