Erich Kästner beschreibt in “Das fliegende Klassenzimmer”, wie er diese Weihnachtsgeschichte auf einer grünen Wiese sitzend mitten im Sommer schrieb.
Ich habe Heines und Mendelssohn-Bartholdys kleines Frühlingslied am letzten Tag des Novembers 2007 aufgenommen. Seit einigen Tagen ist die Sonne nicht richtig aufgegangen. Jetzt, um 11.00 Uhr morgens sitze ich bei eingeschaltetem elektrischen Licht und schreibe.
Mir ist diese Zeit der Dunkelheit noch nie so aufs Gemüt geschlagen wie in diesem Jahr. Noch 21 Tage bis zur Wintersonnenwende! Darum grüßt in diesem Arragement der Frühling auch aus weiter Ferne, die Gitarre ist gedämpft und mit Flanger verfremdet.
Ein anderes Lied kommt mir in den Sinn: Oh, wie kalt ist es geworden:
In dieser Jahreszeit merkt man, wie sehr man vom Sonnenlicht abhängig ist. Die wissenschaftliche Erklärung ist, dass bei zu wenig Sonnenlicht nicht genügend Serotonin gebildet wird und durch das Fehlen dieses Hormons unsere Stimmung sich eintrübt. Statt Sonnenlicht soll man angeblich Schokolade zu sich nehmen können um den Serotoninmangel wieder auszugleichen. Wikipedia erklärt Serotonin und seine Wirkungsweise in diesem Artikel.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die verstärkte Aufnahme von Schokolade kurzzeitig für etwas bessere Laune sorgt, danach geht´s aber wieder abwärts. So viel Schokolade kann man gar nicht essen. Und dann gibt´s auch noch Pickel.
Für diejenigen von uns, die es ganz schwer getroffen hat, gibt es statt Schokolade Antidepressiva, die berühmten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, auch die kann man sich von Wikipedia erklären lassen. Wow - ich glaube, so schlimm ist es bei mir noch nicht. Immerhin: auch Tony Soprano erhält von Dr Melfi, seiner Psychotherapeutin, einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. “In der heutigen Zeit braucht niemand mehr an Depressionen zu leiden …”
Ich warte lieber bis zur Wintersonnenwende.
1 Kommentar bis jetzt ↓
1 Ein Frühlingslied // Mar 11, 2008 at 7:18 am
[...] Leise zeiht durch mein Gemüt liebliches Geläute. Das Arrangement nach Heine und Mendelssohn-Bartholdy habe an einem der dunkelsten Tage des letzten Jahre geschrieben. [...]
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