“Ich heiße Detlef.”
Es gab mal eine Zeit da haben wir Detlefs es gar nicht so einfach gehabt. Sich irgendwo vorzustellen mit “Ich heiße Detlef” hieß, die Lacher auf seiner Seite zu haben. Wie die Menschen, die Fick (hier in Norddeutschland bis Anfang 20. Jahrhundert ein geläufiger Nachname), Notdurft oder ähnlich heißen.

Foto: © Sabine Langnau
Ich weiß gar nicht, wie es eigentlich dazu kam, dass “Detlef” mit Homosexualität assoziiert wurde. Es gab diverse dumm-anzügliche Liedtexte dazu:
- “Detlef, woll´n wa duschen geh´n?”
- “Detlef, mit nem weichen D wie Dotterblume”
- oder, der Renner: “Ich heiß’ Detlef - und wie geht deine Hose auf?”
Hunderte, tausende von Malen habe ich diese Sprüche gehört, habe gute Miene zum bösen Spiel gemacht oder bin auch mal sauer geworden. Dann hieß es: “Hach, Detlef, nich´so doll.”
Besser geworden ist es durch Klaus Wowereits “Ich bin schwul - und das ist auch gut so.” Seitdem muss man schon ziemlich beschränkt im Hirn sein, um Homosexualität noch zu bewitzeln zu finden. Die dummen Scherze mit “Detlef” hören nach und nach auf. Danke, Herr Wowereit!
Dann gibt´s noch die unterschiedlichen Schreibweisen: mit f oder v am Ende. 80% der Menschen schreiben meinen Namen falsch - den Detlevs geht es wahrscheinlich ähnlich. Oder auch nicht, schließlich ist der prominenteste Namensvetter Detlev Buck.
Schließlich kann man diesen komplizierten Vornamen unterschiedlich betonen: das erste e kann als “e” oder als “ä” gesprochen werden. Mir ist das egal. Meine Frau sagt “Dättläff”, mein Bruder sagt “Deetlef” - völlig gleich. Hauptsache, es kommt von Herzen.
2 Kommentare bis jetzt ↓
1 Detlef das Weichei // Jan 10, 2008 at 10:01 am
[...] Detlef [...]
2 Der Dackelblick öffnet Herzen // Jan 11, 2008 at 4:51 am
[...] Detlef [...]
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