Essen, nicht weil man Hunger hat und auch nicht weil es besonders gut schmeckt, sondern einfach, weil man sich irgednwie etwas Gutes tun möchte. Das ist meistens der Weg, sich etwas Schlechtes zu tun.
Zum Beispiel abends an der Tankstelle: Der Tag ist nicht besonders gut gelaufen, es gab einige Niederlagen, ich bin müde und habe jetzt noch die Fahrt nach Hause vor mir. Ich tanke, das Benzin ist auch teuer, es regnet und ist schon dunkel. Verdammt: irgendetwas Positives muss doch zu finden sein! Ich brauche jetzt was!
Und dann gehe ich in den hell erleuchteten Verkaufsraum, es ist warm, die Regale sind bunt. Irgendwie muss ich mir doch hier eine Freude machen können! Etwas, das mich jetzt gleich im Auto auf der Heimfahrt tröstet und mir Kraft gibt.
Was zu Rauchen scheidet aus, denn ich bin immer noch erkältet. Was zu trinken ist nicht toll genug, weil es ohne Alkohol sein müsste. Also etwas zu essen. Schokolade? Lieber etwas Herzhaftes. Würstchen mit Kartoffelchips? Nein, lieber Lakritzschnecken. Die sind einfacher zu essen.
Ich kaufe mir eine große Tüte Lakritzschnecken und stopfe mir noch bevor ich von der Tankstelle fahre 2 Schnecken n den Mund. Bekomme ich das, was ich brauche? Nein! Darum muss ich weiter essen, immer 2 Schnecken auf einmal, bis die Tüte leer ist. Und noch während ich esse wird mir schlecht.
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