
Kontrabass und E-Bass sehen zwar sehr unterschiedlich aus, die Stimmung ihrer Saiten ist allerdings identisch. Menschen, die Kontrabass spielen finden sich daher meistens auf dem E-Bass ohne Schwierigkeiten zurecht.
Vom E-Bass auf den Kontrabass umzusteigen ist allerdings nicht so einfach. Von der Handhabung des Bogens will ich gar nicht sprechen: auch beim enfachen Zupfen der Saiten mit der rechten Hand gibt es zunächst einmal Blasen.
Der linke Arm ist es nicht gewohnt, ständig angewinkelt vom Körper gehalten zu werden und reagiert oft mit einer Sehnenscheidenentzündung.
Was die Sache aber richtig kompliziert macht ist das Fehlen der Bundmarkierung auf dem Kontrabass (siehe Bild rechts).
“Wo bitte ist hier das C? Wo bitte ist die Quarte, die Quinte des Grundtons der Saite?”
Hier heißt es “Ohren spitzen” und nach Erfahrung die Finger an der richtigen Stelle auf dem Griffbrett positionieren. Darum hört man bei gezupften Kontrabässen oft, wie die Bassisten in den Ton hineinglitschen: der Ton wurde schon mit der rechten Hand angeschlagen, das Ohr sagt “Hoppla, passt nicht ganz!” und die linke Hand gleitet sanft an die richtige Position.
Beim gezupften Bass hört sich das gar nicht mal sooo schlecht an. Bei gestrichenen Tönen klingt es ziemlich fies.
Beim E-Bass ist es dank der Bünde kein Problem, den richtigen Ton zu treffen, wie das Bild des Griffbrettes zeigt:

Eine Seltenheit ist der E-Bass ohne Bünde, der Fretless-Bass (Fret = Englisch für Bund), der von Jazzmusikern als Mittelding zwischen Kontrabass und E-Bass verwendet wird.
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